Wohnung


Kommen wir nun zu dem wohl wichtigsten Punkt: der Unterkunft. Zu ersteinmal kann ich alle beruhigen. Die Universität stellt für alle eine temporäre Unterkunft in einem College bereit. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass man sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bei der Uni anmeldet und natürlich die Kosten trägt (ca. 50 Dollar je Nacht). Vorsicht ist hier also wirklich nur bei extremen Nachzüglern geboten. Außerdem wird der Transfer vom Flughafen zu dem jeweiligen College gegen eine Gebühr von 10 Dollar angeboten.

Die zwei Tage solltet Ihr dann nutzen, um ein wesentlich billigeres Youth Hostel zu finden. Außerdem solltet Ihr die Infoveranstaltungen der Uni aufsuchen. Dort erhaltet Ihr sehr wichtige Infos zur Wohnungssuche.

Wie läuft die Wohnungssuche hier in Sydney nun ab? Im Prinzip gibt es diese Möglichkeiten:
  • Schwarze Bretter: Die wohl bekannste Methode stellen die schwarzen Bretter dar. Da die University of Sydney doch recht groß ist, herrscht hier ein permanentes Kommen und Gehen. Viele der Studenten machen daher Aushänge, wenn Ihre Zimmer frei werden. Klassischerweise findet man hier meistens Zimmer, Räume in einer Wohngemeinschaft usw. Seltener gibt es Häuser oder Wohnungen. Die Standorte der schwarzen Bretter werden Euch in den Infoveranstaltungen mitgeteilt.
  • Makler (=Real Estate Agent): Eine hier sehr verbreitete Art und Weise, seine Wohnung an den Mann zu bringen, stellen die Makler dar. Und davon gibt es viele. Jedes große Maklerbüro hat für jeden Stadtteil eine Zweigstelle. Geht man also die Hauptstraßen entlang, findet man haufenweise Maklerbüros. Dort liegen dann Zettel aus, welche Appartements oder Häuser gerade vermietet werden. Diese Zettel werden jeden Tag aktualisiert. Für eine Vermittlung fallen für den Mieter keine Gebühren an. Man findet aber auch meist nur teurere 1 Zimmer-Appartements oder mehrere Zimmer umfassende Häuser. Hier bietet es sich an, sich an den ersten beiden Tagen im College umzuhören, wer an einer Wohngemeinschaft interessiert ist. Dann kann man sehr gut nach einem größeren Haus Ausschau halten und die Miete teilen. Vor allem teilen sich dann auch alle Kosten für Kücheneinrichtung, Waschmaschine oder Kühlschrank, sollte das Haus unmöbliert sein. In diesem Zusammenhang eine kurze Anmerkung: Es gibt hier die Möglichkeit, eine komplette Einrichtung oder nur Einzelteile für eine bestimmte Anzahl Monate zu mieten. Sehr viele Studenten mieten z. B. Kühlschränke. Auf lange Sicht gesehen ist das natürlich viel teurer als eine Neuanschaffung, aber da man keine Probleme mit der An- und Abholung oder der Reparatur, dem Kauf und anschließendem Verkauf hat, ist es durchaus eine Überlegung wert.
    Gefällt Euch ein Haus, müßt Ihr eine Bewerbung ausfüllen. Die Makler sammeln diese Bewerbungen und reichen Sie dann an den Eigentümer weiter, der die endgültige Entscheidung trifft. Um seine Chancen zu erhöhen, kann die erste Wochenmiete angezahlt werden. Da nur eine Anzahlung akzeptiert werden darf, sollte man der schnellste sein, der diese Anzahlung dann auch leistet, denn dann steigt man doch stark in der Gunst des Eigentümers.
    Internet-Adressen:
    Infoseite mit Adressen
    Infoseite
    Kelly & Sons
    Elders
    Ray White
    Richardson & Wrench
    Es gibt noch unzählige weitere Makler, die ich hier unmöglich alle aufzählen kann. Jede Suchmaschine wird aber einen Großteil der Seiten erfaßt haben.
  • Die Zeitung ist eine sehr gute Adresse, um nach Wohnungen zu suchen. Hier in Sydney ist es der "Sydney Morning Herald". Obwohl die ganze Woche über Anzeigen enthalten sind, bilden Mittwoch und vor allem Samstag die Schwerpunkte. Die Zeitung ist bei jedem Newsagent erhältlich und übersichtlich nach Stadtteilen sortiert. Das beste aber ist, dass es eine Online-Variante der Zeitung gibt. Es werden aber nicht nur die eigenen Anzeigen erfaßt, sondern auch die Datenbanken der einzelnen Makler. Diese Internetadresse sollte daher die erste Anlaufstelle sein, da sämtliche Ressourcen gebündelt abgefragt werden können.
  • Es gibt eine Datenbank der Uni zu vorhandenen Wohnungen. Darüber werdet Ihr aber während der Einführungsveranstaltungen informiert. Meistens werden auch Ausdrucke der dort gespeicherten Einträge an das schwarze Brett im International Office geheftet.
  • Wohnheime: Es gibt auch ein paar Studentenwohnheime hier in Sydney. Darüber kann ich leider nur wenig sagen. Auf jeden Fall sollen die Chancen auf einen Platz sehr gering sein, da einfach viel zu wenig Wohnheime vorhanden sind. Und die Frage ist, ob das überhaupt für jeden das Richtige ist. Ich persönlich habe temporär in einem Wohnheim gewohnt (die ersten beiden Tage, von der Uni organisiert). Positiv ist z.B., dass es Vollverpflegung und Putzfrauen gibt. Außerdem gibt es teilweise Computerräume, die die Bewohner benutzen können. Von der Lage her sind die Heime wahrscheinlich auch nur schwer zu toppen. Dafür waren aber die Zimmer sehr klein, hellhörig und man hatte nicht einmal ein Waschbecken in dem Zimmer. Man mußte also immer auf den Flur rennen, um sich die Hände zu waschen. Ich weiß natürlich nicht, wie es in anderen Wohnheimen aussieht. Gegenüber unserer Wohnung ist z.B. das Mandelbaum House und das sieht von außen wirklich Spitze aus. Mein Tipp daher: Laßt Euch die Info- Unterlagen von den Heimen zuschicken und seht sie genau durch. Für den Preis, den die Wohnheime verlangen, kann man schon eine sehr schöne Wohnung bekommen. Dafür muß man halt die Quelereien der Wohnungssuche auf sich nehmen, muss nachher selber einkaufen gehen usw.
Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt. Wo soll ich überhaupt suchen? Die begehrtesten Stadtteile sind Glebe, Newtown und Darlington. Diese sind direkt neben dem Campus. Da hier jeder Student zuerst sucht, gestaltet sich die Wohnungssuche als äußerst schwierig und meist auch langwierig. Es gibt aber auch viele andere Stadtteile, die sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind (wie unter Public Transport beschrieben: plant bitte kein Fahrrad ein). Dort sind die Mieten dann auch gleich erheblich billiger, nur müssen halt dann die Fahrtkosten und die Fahrzeit einkalkuliert werden. Sollte man mehrmals am Tag zur Uni fahren müssen, kann das durchaus teuer werden. Da aber in naher Zukunft auch Ermäßigungen für alle International Students verfügbar sein sollen, eine immer interessanter werdende Alternative.

Laut Aussage der Einheimischen sollte man auch bestimmte Stadtteile meiden. Das wird auch immer wieder während der Einführungsveranstaltungen angesprochen. Das ist zum einen ein kleiner Teil von Chippendale und zum anderen der Teil von Redfern, der sich um den Bahnhof erstreckt. Es ist aber nicht so, dass man um sein Leben fürchten muss, wenn man eine falsche Straße betritt. Man sollte halt nur nicht alleine nachts durch diese Straßen laufen, da sie sehr schlecht beleuchtet sind und dort angeblich auch sehr stark mit Drogen gehandelt wird.

Zum Abschluß möchte ich noch einen kurzen Überblick über die Kosten geben. Die billigste Möglichkeit stellt mit Sicherheit "Shared Accomodation" (= Teilen eines Zimmers oder eines kleinen Hauses mit mehreren Personen) dar. Hier liegen die Kosten bei ca. 75 - 100 Dollar pro Woche. Drei Zimmer Appartements liegen so zwischen 280 - 500 Dollar pro Woche und 1 Zimmer Appartements bewegen sich zwischen 140 - 200 Dollar pro Woche. Betrachtet man also die Kosten pro Zimmer, kann es wesentlich günstiger sein, sich ein Mehr-Zimmer-Appartement mit Kommilitonen zu teilen.